Wandernacht Bern

Durch Märchenwälder: Von der Hauptstadt ins Grüne

Schweizer Wandernacht am 8. Juli 2017

Die Voralpen stets im Blick

Der Mond zeigte sich zwar nicht, dafür wurde die Wandergruppe auf dem Weg von Worb ins Rüttihubelbad mit schönen Aussichten und kundigen Einsichten entschädigt. Vom Kleinkind bis zur Seniorin konnten alle mithalten.

Etwas Lokalstolz darf sein: Wanderleiter Ernst («Aschi») Hofmann ist in der Umgebung von Worb aufgewachsen und erzählt zu Beginn der Familienwanderung welche «grossen» Männer die Berner Vorortsgemeinde hervorgebracht hat. Zum Beispiel den Krebsforscher Wilhelm Bernhard, den Erbauer der Kirchenfeldbrücke Gottlieb Ott und natürlich –«der ist mir besonders lieb» – den Gründer der Brauerei Egger, Gottfried Egger. Nachdem sich das Gewitter rechtzeitig verzogen hat, heisst es also kurz nach sieben Uhr abends «Gepäck aufnehmen», und die 36köpfige Schar folgt Aschi bergwärts zum ersten Zwischenhalt beim Gedenkstein für Wilhelm Bernhard. Der Blick schweift übers Tal, Stockhorn, Niesen und Ochsen thronen wie Wächter über dem Mittelland. Marcel Stucki aus Konolfingen ist mit seiner Frau Andrea und den beiden Kindern Alisha (9) und Nevio (7) unterwegs. «Ich fands eine sehr coole Idee» sagt Stucki, der bei der IT Post arbeitet und die Ausschreibung im Intranet gesehen hat. Sohn Nevio ist zwar nicht ganz fit, stapft aber wacker bergan – zumal es allerlei zu entdecken gibt: Eine tote Feldmaus liegt auf dem Waldweg, mit einer Mischung aus Ekel und Faszination inspiziert Svenja (9) das Tier, ist aber froh, es hinter sich lassen zu können.

«Ich hatte wahnsinnig Freude, als ich gehört habe, dass sich die Post im Wandern engagieren will», sagt Martin Kopp aus Lüterswil/SO. Er ist seit 35 Jahren im Unternehmen und möglichst immer dabei, wenn es um gemeinsame Aktivitäten geht. «Das ist gut fürs Personal und gut für die Post», betont der Leiter Betrieb PV. Zwar gehören die meisten an diesem Abend zur «Postfamilie», aber es gibt auch willkommene Ausnahmen: Monique Klaus (74) aus Kriegstetten hat die Wanderung in einer Broschüre der Schweizer Wanderwege entdeckt. «Ich wollte eine Mondscheinwanderung machen und nicht zu weit weg», erzählt die fitte Seniorin. «Das hier passt perfekt.» Ihre Tochter Andrea ist mit von der Partie und findet es besonders schön, dass alle Generationen vertreten sind. Mittlerweile hat die Gruppe einen weiteren Rastplatz erreicht.

Gegen halb neun ist das Ziel erreicht. Noch einmal bleibt Aschi stehen. Aus der Ferne grüssen Schreckhorn, Wetterhorn und Finsteraarhorn. Finster ist aber an diesem Abend niemand gesinnt. Gut gelaunt nehmen Kinder und Erwachsene an den Tischen im Rüttihubelbad Platz, stärken sich mit Eistee, Mineralwasser und kalten Platten, bevor das Postauto sie wieder nach Worb bringt. Alle sind sich einig: Auch ohne hunderte von Höhenmetern zu absolvieren, kann man vor den Toren Berns schöne Aussichten geniessen.

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